Lehrveranstaltungen des IZfG

Informationen für Studierende zur aktuellen Situation im Lehrbetrieb der Gender Studies

Die Seminare der Gender Studies („(Anti-)Feminismus. Historische und aktuelle Diskurse“ und „Geschlecht nach der Digitalisierung. Theorie und Analyse von Gender in digitalen Medien“) werden im Sommersemester nun auch für Studierende der General Studies geöffnet, außerdem können Studierende der optionalen Studien die Seminare nicht nur im Bereich „Basisfach“, sondern auch im Bereich „Sprachen und interdisziplinäre Kompetenzen“ belegen. Die Anmeldung ist nach wie vor möglich (weitere Hinweise siehe unten).

Aufgrund der aktuellen Lage werden die Veranstaltungen voraussichtlich im späteren Verlauf des Semesters in Form von Blockseminaren abgehalten. Die Termine werden Ihnen mitgeteilt, sobald absehbar ist, ab wann und wie Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind.

Sollten sich Schwierigkeiten bei der Anmeldung ergeben, schicken Sie bitte eine Mail mit Ihrer Matrikelnummer an dustin.matthesuni-greifswaldde. Auch wenn Sie Nachfragen zu den Veranstaltungen haben, wenden Sie sich bitte an diese Adresse.

Studierende der Bachelor of Arts 2-Fach-Studiengänge können die Lehrveranstaltungen des IZfG wie folgt belegen:

  • Als Basisfach "Gender Studies" (Optionale Studien ab WS 2019/20):
    Das Basismodul "Gender Studies I" wird nur im Wintersemester angeboten. Das Aufbaumodul "Gender Studies II" findet im Sommersemester statt.
    Zugangsvoraussetzung für das Aufbaumodul ist das Bestehen des Basismoduls.
  • Über das Modul "Einführung in die Gender Studies" (General Studies ab WS 2012/13): Hier ist eine Belegung nur im Wintersemester möglich.
    Das Aufbaumodul im Sommersemester kann nicht als General Studies-Kurs belegt werden.

Abweichende Belegungen sind in der Regel möglich, aber im Vorfeld mit den jeweiligen Dozierenden abzusprechen.


Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020

Seminar: (Anti-)Feminismus. Historische und aktuelle Diskurse

Antifeminismus gibt es, seit es Feminismus gibt. Hedwig Dohm, die in ihren Schriften gegen die Vorstellung eines naturgegebenen Unterschiedes der Geschlechter anschreibt, legt bereits 1902 mit ihrem Essayband Die Antifeministen eine umfassende Analyse des antifeministischen Diskurses ihrer Zeit vor und stellt zentrale Bezugspunkte antifeministischer Argumentationen klar vor Augen: Natur(-wissenschaft), Tradition und Religion. Dass und inwiefern Antifeminismus und Antisemitismus miteinander verschränkt sind, ist auch Teil ihrer Analyse.

Anfeindungen gegen ›Gender‹ und Gender Studies, Gleichstellung und Feminismus haben in den letzten Jahren stark zugenommen, wobei nun wissenschaftliche Konzepte in den Fokus der Auseinandersetzungen gerückt sind. Antifeministische und genderfeindliche Argumentationen fungieren dabei als Scharnier und verbinden konservative, (rechts-)populistische und (extrem) rechte Positionen miteinander. Der Raum des Sagbaren erweitert sich, rechte Denkweisen werden in der Gesellschaft salonfähig. Auch aktuell verschränken sich antifeministische, sexistische, rassistische, antisemitische und antimuslimischen Argumentationen – oft unter Berufung auf vermeintlich traditionelle, konservative oder christliche Werte und eine binäre Geschlechterordnung.

Das Seminar will grundlegende binäre Kategorisierungen (Natur/Kultur, Weiblichkeit/Männlichkeit, Eigene/Fremde) in ihren jeweiligen historischen, politischen und diskursiven Zusammenhängen problematisieren und mit einer intersektional orientierten Analyse der rhetorischen Strategien verbinden. Neben Hedwig Dohm stehen u.a. Rosa Mayreder, Otto Weininger und Heinrich von Treitschke auf dem Plan. Am Beispiel der sehr kontrovers geführten Debatte um #MeToo und dem feministischen Bündnis #ausnahmslos wollen wir aktuelle feministische Diskurse in ihrer Komplexität und Ambivalenz in den Blick nehmen. Sowohl in der historischen als auch in der aktuellen Perspektivierung sollen Vorstellungen von Männlichkeit (›alte weiße Männer‹, ›toxische Männlichkeit‹) einbezogen werden.

Zeit: Das Seminar wird als Blockseminar stattfinden. Aktuelle Informationen erhalten Sie von den Dozierenden.
Ort: Veranstaltungsraum im IZfG
Lehrperson:  Rebecca Kalisch M.A.

Zur Belegung

Seminar: Geschlecht nach der Digitalisierung. Theorie und Analyse von Gender in digitalen Medien

Aktuell befinden wir uns in einer Zeit, die sich als post-digital beschreiben lässt. Damit ist nicht gemeint, dass das digitale oder Computerzeitalter hinter uns liegt, sondern dass nach der Digitalisierung der Umgang mit digitalen elektronischen Geräten und Medien (in weiten Teilen der Welt) zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Dementsprechend sind inzwischen in der Forschung Fragen danach von Interesse, wie Akteur_innen mit dieser digitalen Umwelt umgehen.

Ausgehend von dieser Prämisse und von Gedanken zur Performativität von Geschlecht und Sexualität, wie sie etwa Judith Butler formuliert hat, zur digitalen Performativität, wie sie sich z. B. bei Martina Leeker finden, aber auch zum Verhältnis von Gender und Medien wie von Angela McRobbie, soll im Seminar der Frage nachgegangen werden, wie Geschlecht und Sexualität digital konstruiert und ausgehandelt werden. Dabei soll es sowohl um eine Betrachtung der medialen Voraussetzungen gehen als auch um Strategien, mit denen Akteur_innen digitalen Medien begegnen.

Dazu wird zunächst ein Blick auf medienwissenschafltiche und Gender Studies-Theorien zum Thema geworfen, um in der zweiten Hälfte des Seminars gemeinsam einige konkrete Beispiele (Twitter-Posts, Youtube-Videos, Computerspiele etc.) zu analysieren. Hierbei sind die Studierenden eingeladen, selbst Untersuchungsgegenstände einzubringen, die sie aus eigener Erfahrung oder Recherche kennen.

Zeit: Das Seminar wird als Blockseminar stattfinden. Aktuelle Informationen erhalten Sie von den Dozierenden.
Ort: Veranstaltungsraum im IZfG
Lehrperson:  Dustin Matthes M.A.

Zur Belegung