Verfremdung. Zum Zusammenhang von Flucht, Gender und Literaturtheorie bei V. Šklovskij

Dienstag, 22.01.2019, 18.15 Uhr, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Hörsaal

 

Abschlussvortrag zur Ringvorlesung im Rahmen des Kooperationsjahres 2018 zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG) und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

 

Charlton Payne (Oberkochen): Verfremdung. Zum Zusammenhang von Flucht, Gender und Literaturtheorie bei V. Šklovskij

Was haben Gender und Flucht mit der Literaturtheorie der Verfremdung zu tun? Mit dem russischen Formalismus richtet sich der Blick der Literaturwissenschaft auf literarische Verfahren, die den alltäglichen Sprachgebrauch verfremden und somit die poetische Besonderheit eines literarischen Textes kennzeichnen. Insofern mag es zunächst überraschen, den Formalismus mit Gender und Flucht zu verbinden. Der Vortrag wird sich aber dem experimentellen Briefroman Zoo (1923) des Theoretikers des Formalismus Viktor Šklovskij widmen, der als Flüchtling kurzzeitig in Berlin gewohnt hat, um die Rolle von Gender und Flucht in der Entstehung der Theorie der Verfremdung (ostranenie) zu zeigen.

 

Charlton Payne war als Literaturwissenschaftler an Universitäten in Konstanz, Erfurt und Berkeley sowie als Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald tätig. Seit Dezember 2017 ist er Editor für interne Kommunikation bei der Carl Zeiss AG. 2017 hat er den Band Niemandsbuchten und Schutzbefohlene: Flucht-Räume und Flüchtlingsfiguren in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur bei Vandenhoeck & Ruprecht mit herausgegeben.