Seminare und Vorträge im WS 2015/16

Gender Studies: Fokus Geschlechtergeschichte

Jenny Linek, WiSe 2015/16

Das Seminar behandelt grundlegende Fragestellungen, Methoden und Begrifflichkeiten der Geschlechterforschung: Inwiefern kann die Kategorie Geschlecht als sozial bzw. kulturell konstruiert angesehen werden? Was steckt hinter der Formulierung „doing gender“? Wieso kommt gerade dem Geschlechterdualismus eine so grundlegende und schwer aufzubrechende gesellschaftliche Bedeutung zu?

Neben diesem allgemeinen Problemaufriss geht es vorrangig darum, Geschlechterdynamiken in historischer Perspektive zu betrachten, um die Prozesshaftigkeit und Entwicklung der Konzepte von Weiblichkeit(en) und Männlichkeit(en) nachzuvollziehen. Ausgehend von Laqueurs Theorie zur Herausbildung des Zwei-Geschlechter-Modells im 18. Jahrhundert untersuchen wir Geschlechterverhältnisse des bürgerlichen 19. Jahrhundert, der NS-Zeit sowie in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften. Dabei werden verschiedene Lebensbereiche im Hinblick auf die Analysekategorie Gender thematisiert: Wissen und Macht, Arbeit und Familie, Körper und Sexualität sowie Gewalt und Emotionen. Von den Studierenden wird die regelmäßige Lektüre wissenschaftlicher Texte sowie die aktive Mitarbeit in den Sitzungen erwartet. Am Ende des Semesters ist eine Hausarbeit einzureichen.

 

Wichtiger Hinweis: Studierende, die im oder nach dem WS 2012/13 immatrikuliert wurden, besuchen zum Erwerb von insgesamt 5 Leistungspunkten im Modul 37 Einführung in die Gender Studies zusätzlich zu einem der zwei angebotenen Seminare die Vorlesung „Geschlecht und Konsum“ (Mi, 16-18 Uhr; Beginn der Veranstaltung: 14.10., 18.30 Uhr im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg).

 

Einführende Literaturhinweise:

- Opitz-Belakhal, Claudia: Geschlechtergeschichte. (Historische Einführungen; Bd. 8) Frankfurt/Main u. a. 2010.

- Soiland, Tove: Gender. In: Bröckling, Ulrich; Krasmann, Susanne; Lemke, Thomas (Hg.): Glossar der Gegenwart. Frankfurt/Main 2004, S. 97-104.

 

 

Gender Studies: Theorien – Methoden – Analysekontexte

Prof. Dr. Eva Blome, WiSe 2015/16

Im Zentrum der Gender Studies steht die Auseinandersetzung mit der soziokulturellen Verfasstheit und Bedeutung der Kategorie Geschlecht in Gesellschaft und Wissenschaft. Wird alltagssprachlich mit Geschlechterdifferenz zumeist die Verschiedenheit von ‚Mann‘ und ‚Frau‘ assoziiert, so betonen die Gender Studies die Prozesshaftigkeit und Unabgeschlossenheit dieser Differenzierung und fragen nach deren normierender Relevanz.
In dem Seminar werden klassische und neuere Gendertheorien gemeinsam erarbeitet und auf aktuelle Phänomene und Problematiken, die mit der Verhandlung von Geschlecht in Verbindung stehen, bezogen: Zum Beispiel auf gegenwärtige feministische Bewegungen, die in einem Spannungsfeld zwischen Elitefeminismus und Slutwalks verortet sind, aber etwa auch auf die Relation von sozialer Ungleichheit, Bildung und Geschlecht. Ziel ist es, zum einen zu verstehen, inwiefern Gender in hegemoniale Machtverhältnisse eingebunden ist und zu deren fortwährender Reproduktion beiträgt. Zum anderen sollen diejenigen ‚Spielräume‘ des Geschlechts ausgelotet werden, die den performativen Charakter der Kategorie offenbar werden lassen.
 
Voraussetzung und Leistungsanforderungen: Bereitschaft zur umfassenden und intensive Lektüre der Seminarliteratur, aktive Teilnahme inklusive Vorbereitung kleinerer schriftlicher und mündlicher Beiträge, Semesterendleistung in Form einer Hausarbeit
 
Wichtiger Hinweis: Studierende, die im oder nach dem WS 2012/13 immatrikuliert wurden, besuchen zum Erwerb von insgesamt 5 Leistungspunkten im Modul 37 Einführung in die Gender Studies zusätzlich zu einem der zwei angebotenen Seminare die Vorlesung „Geschlecht und Konsum“ (Mi, 16-18 h; Beginn der Veranstaltung: 14.10; 18.30 h im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg).
 
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen:
- Franziska Schößler: Einführung in die Gender Studies. Berlin 2008
- Ruth Becker / Beate Kortendieck (Hg.): Handbuch- Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden 2004
- Christina von Braun / Inge Stephan (Hg.): Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien. Köln / Weimar / Wien 2009
 
Modul: General Studies II/Schwerpunkt Kulturwissenschaft (für Studierende, die vor dem WS 2012/13 immatrikuliert wurden); Modul 37 Einführung in die Gender Studies (für Studierende, die im oder nach dem WS 2012/13 immatrikuliert wurden)