AFTER HOURS Gespräch mit Dîlan Canan Çakir

Es gehört zu den Aufgaben von sammelnden kulturellen Einrichtungen, ihre Bestände zu hinterfragen – auch mit Blick auf die Diversität von Nach- und Vorlässen. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach widmet sich dem im Rahmen eines 'Archivasyls'.  Politisch Verfolgte, darunter Publizist*innen und Autor*innen, genießen in der Bundesrepublik ein Recht auf Asyl. Doch was geschieht mit ihren Texten, den Dokumenten ihres Auftretens, ihrer Rede? Wer archiviert sie, wenn die Länder ihrer kulturellen und sprachlichen Herkunft dafür nicht infrage kommen? Am Beispiel der als bedroht geltenden 'kurdischen' Literatur von Autorinnen werden die Potenziale eines 'Archivasyls' vorgestellt.

Dîlan Canan Çakir ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsreferat des DLA Marbach, mit dem Schwerpunkt Ludologie im Forschungsprojekt "Archivierung, Erschließung und Erforschung von Born-digitals", erhielt 2021 den CLARIAHde's ‘Best Pitch Award’ for ‘Database of German-language one-act plays’ und wurde 2022 mit einer Arbeit zu "Poetische Ökonomie im Drama. Einakter des 18. und frühen 19. Jahrhunderts" promoviert.

 

 

 

AFTER HOURS – nach Büroschluss öffnet das IZfG seine Türen für die beliebte Veranstaltungsreihe. Prominente und nicht-prominente Kulturschaffende, verschiedenste gesellschaftliche Funktionsträger*innen und ehrenamtlich engagierte Akteur*innen werden in loser Folge eingeladen, um ihre Arbeit zu präsentieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise soll für Studierende und eine interessierte Öffentlichkeit sichtbar werden, wie vielfältig sich die Verbindungen zwischen Geschlechterforschung und verschiedensten Praxisfeldern gestalten. Wir freuen uns auf regen Besuch und unterhaltsame Stunden nach Feierabend!