Die Körperpolitik des Melting- Pot-Mythos

Die Idee des ‚melting pot_ gilt immer noch oft als ein inkludierendes Gesellschaftsmodell der US-amerikanischen Nation. Über einen intersektionalen Zugang zeigt Cedric Essi allerdings, welche Körper von diesem Gemeinschaftsideal historisch ausgeschlossen wurden bzw. werden und in welchem Zusammenhang diese Ausschlüsse mit Gesundheitsdiskursen stehen. Der Vortrag illustriert diese Körperpolitik anhand einer Kulturpraxis, die für die USA zentral ist: Genealogie. Die Erforschung und Dokumentation der eigenen Abstammung wird immer wieder als nationale ‚Sucht‘ beschrieben und ist eng dem reproduktiven Melting-Pot-Mythos verknüpft. Durch einen Überblick historischer und aktueller Genealogiepraktiken wird klar, welche Körper zum angeblichen ‚Wohl‘ der Nation als deviant markiert wurden und wie diese nun aber den Mythos des Melting Pot neu erfinden.

Ort: Ernst-Lohmeyer-Platz 6, Hörsaal 1

Das gesamte Programm der Ringvorlesung finden Sie hier.