Aktuelles

Vorlesungsreihe "Current approaches to gender in English"

Tuesday, 18 June 2019, 18:00, Hörsaal Ernst-Lohmeyer-Platz 3 (2.33)

What’s with the ‘x’?: Latinx Negotiations of Linguistic & Cultural Binaries

Dr. Eilidh AB Hall, Fulbright - Royal Society of Edinburgh Scholar

For many people in Latinx communities in the US, bi-or multilingualism is a part of everydaylife. And yet, to some, this is a threat to an‘American’ culture that historically, and to this day, denies diversity and cultural complexity.This lecture explores how, in an environment of intense hostility against people of Latinxheritage, Spanglish and other forms of negotiated language are used by activist women writers to resist the erasure of their rich and diverse cultures. One of the places this is happening most obviously is with groups that reject the gendered binary structure of languages –and the cultural norms that they create. We will discuss how linguistic and cultural negotiations have taken place over time and speculate on future developments inLatinx communities and beyond.

 

Wednesday June 26, 18:00, Hörsaal Ernst-Lohmeyer-Platz 3 (2.33)

Narratives of transition. Overcoming the challenges of collecting sensitive data in a Gender Identity Clinic

Dr. Angela Zottola, University of Nottingham, UK

The lecture will report on research conducted at a Gender Identity Clinic in the UK this year. The discussion will reflect upon the difficulties of collecting, managing and analysing sensitive data such as autobiographical narratives produced by transgender people who have been referred to a Gender Identity Clinic. Included in the corpus are the narratives of individuals referred to the clinic between 2006 and 2016. During this time, patients were required, as part of the assessment process, to write about their experiences with gender identity. The participants to the study are 32. The authors of these narratives were born between 1998 and 1943, identify as either female or male, are British, and are all white.

Using mixed methods of analysis (corpus-assisted discourse analysis, sociolinguistics) the talk will describe the investigation of the coping strategies articulated by transgender people while waiting for assessment at the GIC. The talk will also address the frequency and use of specific grammatical patterns within the corpus used by the authors of these narratives to construct agency, as well as the most common semantic patterns used to describe themselves and their identity. Through the analysis of these texts, the aim is to better understand the challenges and difficulties transgender people seeking assessment at GICs face in their daily life and in their experience of transition.

 

Monday July 1, 18:00, Hörsaal Ernst-Lohmeyer-Platz 3 (2.33)

Is English ready for new pronouns? Nonbinary pronouns: usage, acceptability and attitudes

Laura Hekanaho, University of Helsinki

In recent years, with the growing awareness of a wider spectrum of gender than just ‘men and women’, a new question has arisen – what pronouns are to be used when referring to someone who does not identify as a he or a she?

This gap in language has been filled with nonbinary pronouns – pronouns that can be used to refer to someone who does not (exclusively) identify as female or male, and does not wish to be called a he or a she. These pronouns include singular they and several neopronouns such as ze and xe.

This study explores nonbinary pronouns with online survey data focusing on three aspects: usage, acceptability and attitudes. The data consists of responses from 1128 participants, including 79 nonbinary individuals, who also elaborated on their relationship with pronouns. Logistic regression analysis is used to investigate which factors (e.g. age, gender, education) affect the acceptability of nonbinary pronouns, while a corpus-assisted thematic analysis is employed to explore the qualitative data on usage and attitudes.

Studying nonbinary pronouns can help us understand which factors might affect this ongoing change, perhaps even help answer the big question – is English ready for new pronouns? The results indicate that they is indeed gaining ground as a nonbinary pronoun, but neopronouns on the other hand are still mostly rejected as unacceptable.

Wer hat Angst vor Gender Studies?

Über Feminismus, Gender und die Zukunft der Geschlechterforschung in neo-reaktionären Zeiten

18.00 Uhr, Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg

 

Dass die Geschlechterdifferenz nicht auf ein asoziales, ahistorisches Faktum reduziert werden kann, ist eine weithin bekannte und vielfach erforschte Einsicht der multidisziplinären Gender Studies. Diese begreifen Geschlecht und die Geschlechterdifferenz hinsichtlich ihres ontologischen Status, ihrer Relevanz für alle Sphären des Sozialen und hinsichtlich ihrer spezifischen Materialität und Form als ein immer vorläufiges Resultat gesellschaftlicher Praxis und Strukturen. Hierauf zielt der Begriff [Gender]. Der Vortrag geht hiervon ausgehend der Frage nach, welche Akteur_innen in welcher Weise und mit welchen Absichten Gender als Begriff und Konzept ausdrücklich ablehnen, attackieren und zu diffamieren suchen.

Sabine Hark ist Professorin für Geschlechterforschung und Direktorin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der Technischen Universität Berlin. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift „feministische studien“ und Mitglied des Vorstands von „Wir Machen Das“ (wearedoingit e.V.).

Eva Blome ist Vertretungsprofessorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt im Bereich der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Bis März 2019 war sie an der Universität Greifswald als Juniorprofessorin für Gender Studies tätig und Sprecherin des Vorstands des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG).

Tackling Life - Thementag zu Sport und Geschlecht

ab 15 Uhr, Hörsaal 1, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

 

„Tackling Life" oder auch: "Das Leben angreifen" ist nicht nur das Motto dieses Aktionstags, sondern auch der Titel einer Dokumentation über Deutschlands erstes schwul-inklusives Rugby-Team, das in Berlin beheimatet ist. Regisseur Johannes List begleitete das Team über eine Saison und dokumentiert in 90 Minuten den Teamalltag der heterogenen Gruppe – von quälenden Niederlagen in Ostdeutschland bis zum ersten Sieg in Madrid. Dabei sind die Lebenswirklich-keiten von vier Protagonisten genauso Teil der Erzählung wie die Projektarbeit mit Krankenhausclowns und Schulklassen. Jenseits der spektakulären Oberfläche aus Selbstinszenierung und Klischees, geht es vor allem um Daseinsbewältigung - zwischen Selbstverwirklichung und der Suche nach Zugehörigkeit.

 

Diese Aspekte betreffen nicht ausschließlich LGBTQI*-Personen; noch immer begegnen auch Mädchen und Frauen Widerständen und Vorurteilen, wenn es um den (Profi)sport geht. Sich selbst zu finden und seinen Weg zu gehen, trotz ungleicher Bezahlung und Anerkennung, zeichnet starke und mutige Frauen aus.

 

Programm

15.00 - 15.15 Uhr
Eröffnung und Begrüßung

15.15 - 16.45 Uhr
Vortrag: Frauen im (Profi)sport in Südamerika - Katharina Brendel

17.15 - 18.45 Uhr
Workshop: Sport queeren - Umgang mit (Geschlechter)normen im Sportbereich - Qube

17.15 - 18.45 Uhr
Rugby-Schnuppertraining auf dem Sportplatz am Hansering

19.15 - 20.45 Uhr
Filmvorführung „Tackling Life“

20.45 - 23.00 Uhr
Fragerunde mit am Film Beteiligten; anschließend gemeinsamer Ausklang im Rahmen eines kleinen Empfangs im Foyer des Hörsaals

Flucht darstellen. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Gender und Migration

Wintersemester 2018/19

Die diesjährige Ringvorlesung des IZfG widmet sich der Frage, wie Codierungen von Geschlecht in sprachlichen, literarischen und visuellen Darstellungen von Flucht und Geflüchteten zum Tragen kommen. In welchen Praktiken, Medien und Repräsentationsformen wird „den Flüchtlingen“ ein Geschlecht zugeschrieben? Wie reagieren Theater und Literatur auf solche Diskursmuster und auf den Fluchtalltag? Die 14-tägig stattfindenden Vorlesungen folgen diesen Fragen in historischer Breite, vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart, und aus verschiedenen disziplinären Perspektiven. Dabei geht es nicht zuletzt darum, die aktuellen Fluchtdiskurse und deren kulturelle Modellierungen in der globalen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu kontextualisieren.

Vortrag: GELEGENHEIT – MACHT – ARBEIT

Ein Versuch über Arbeit im und mit dem literarischen Feld in Gerhard Henschels Bildungs- und Arbeiterroman

Heute um 18:00 Uhr beginnt die Fachtagung "Arbeit 2000. Ästhetische Modellierungen im Wechselspiel von Visualität und Narration" im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg.

Morgen um 16:30 wird Peter Pohl von der Universität Innsbruck zum Thema "GELEGENHEIT – MACHT – ARBEIT. Ein Versuch über Arbeit im und mit dem literarischen Feld in Gerhard Henschels Bildungs- und Arbeiterroma" referieren. Dieser Vortrag wird vom IZfG unterstützt.

Gast: Peter Pohl (Innsbruck)

Zeit: 16:30 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Vortrag: Die Brautbriefe eines Säkularisationskommissars

Bürgerliche Fernbeziehung und das neue Arbeitsfeld "Säkularisation" - Johann Gustav Gottlieb Büschings Briefe an seine Verlobte (1810-1812)

Dr. Krzystof Żarski und Dr. Natalia Żarska,beide habilitieren und arbeiten am Lehrstuhl für deutsche Literaturgeschichte bis 1848 an der Universität Breslau, werden ihre Forschungen zu einem „Säkularisierungbeamten“ vorstellen, der Ende des 18. Jhs. im Auftrag der preußischen Regierung katholische Kirchengüter in Breslau in den Staatsbesitz überführte. Davon berichtete er in Briefen an seine Verlobte. Außerdem versuchte er in seinen Briefen seine Verlobte zu einer guten Briefschreiberin zu erziehen. Der Vortrag macht exemplarisch anhand dieses Falls Geschlechterkonstellationen im Kontext der Säkularisierung des 18. Jahrhunderts sichtbar.

Gäste: Dr. Krzystof Żarski und Dr. Natalia Żarska

Moderation: Marita Gruner

Zeit: 18:00 Uhr

Ort: Audimax, Rubenowstr. 1 - Hörsaal 4

Vortrag: Vorständerin und Allround-Papa

Perspektiven der plurifaktoriellen Genderlinguistik

Die sprachlichen Mittel der Genderkonstruktion wurden in bisherigen gender- und medienwissenschaftlichen Untersuchungen kaum berücksichtigt. Welche Wörter werden genutzt, um auf „Gender“, „Geschlecht“, „Frauen“ und „Männer“, „weiblich" und  „männlich" zu referieren? Welche Stereotype werden hierbei durch Zuschreibungen in der Sprache ersichtlich? Die berufliche Online-Kommunikation auf deutschsprachigen Websites ist ein idealer Untersuchungsraum für den Nachweis von Geschlechterstereotypen, da die Kommunikation in vielen beruflichen Kontexten bereits vermehrt online stattfindet. Innerhalb von Chats, Foren, Blogs oder Karrierewebseiten werden Geschlechterzuschreibungen vorgenommen, die sich gesellschaftlich verfestigen und mögliche Stereotype reproduzieren. Ziel des Vortrags ist das Aufzeigen von Wörtern und Wortverbänden, die Stereotype anzeigen und konstruieren, um diese möglicherweise sprachlich abzuändern und Sprachbewusstheit zu fördern. Als mögliches Instrument der Sensibilisierung werden computerbasierte Gender Audits vorgestellt.

Gäste: Simone Burel (Heidelberg)

Moderation: Pavla Schäfer

Zeit: 18:15 Uhr

Ort: Institut für Deutsche Philologie

Vortrag: Der weibliche Blick

Künstlerinnen im Zeitalter digitaler Selbstinszenierung

Was es heute im Zeitalter der digitalen Selbstinszenierung heißt, eine Frau zu sein, das zeigen junge Künstlerinnen, die mit dem Internet aufgewachsen und in den sozialen Medien zu Hause sind. Sie haben früh die Erfahrung gemacht, dass ihre Bilder gelöscht werden, wenn sie nicht dem Schönheitsideal entsprechen, das sie aus Magazinen, der Werbung und dem Fernsehen kennen. „Das Internet ist zu erheblichen Teilen eine Affektmaschine“, schreibt Andreas Reckwitz in seiner Geschichte der digitalen Spätmoderne. Informationen in Text und Bild treten im Kampf um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit hinter affektive Inhalte zurück. Die Follower müssen unterhalten werden, sollen empört oder fasziniert reagieren. Mit welchen Strategien antworten Künstlerinnen im Zeitalter der digitalen Selbstinszenierung? Welche Themen braucht die Kunst nach den sozialen Medien?

Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe "Gegenwartskultur. Nach der Digitalisierung"

Gast: Annika Meier

Moderation: Heide Volkening

Zeit: 18:15 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Vortrag: Enter the King/ Enter the Queen

Auftrittsprotokolle der Geschlechter am Beispiel der Oper

Der Vortrag versucht, den Begriff des Auftritts für die Inszenierung von Geschlechterdifferenz fruchtbar zu machen und die Protokolle zu identifizieren, die ein weibliches von einem männlichen In-Erscheinung-Treten auf der Bühne unterscheiden. Ausgehend von Mozarts Die Zauberflöte soll zunächst das Auseinandertreten geschlechterspezifischen Auftrittsformen um 1800 beobachtet werden. An Beispielen der Oper des 19. Jahrhunderts werden anschließend die Bedingungen vorgestellt, unter denen die weiblichen Figuren der Moderne ihre spektakuläre wie flüchtige Auftrittskunst entwickeln. Dabei werden Realisierungen von Auftrittsmacht und Auftrittsohnmacht eine zentrale Rolle spielen.

Gast: Dr. Juliane Vogel

Moderation: Prof. Dr. Eva Blome

Zeit: 18 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Rezension zum Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»"

Katharina Eger hat den Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»" auf H-Soz-Kult rezensiert. In dem von Gabriele Förster 2016 herausgebenen Werk finden sich Beiträge der "Gender im Fokus"-Kolloquien, die das IZfG in den Jahren 2014 und 2015 veranstaltet hat und auf denen Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen Vorträge zu Themen der Geschlechterforschung gehalten haben.

Nachzulesen ist die Rezension unter folgendem Link: www.hsozkult.de/searching/id/rezbuecher-27686

Hier geht es zum Link des zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung