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Flucht darstellen. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Gender und Migration

Flucht darstellen. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Gender und Migration

Die diesjährige Ringvorlesung des IZfG widmet sich der Frage, wie Codierungen von Geschlecht in sprachlichen, literarischen und visuellen Darstellungen von Flucht und Geflüchteten zum Tragen kommen. In welchen Praktiken, Medien und Repräsentationsformen wird „den Flüchtlingen“ ein Geschlecht zugeschrieben? Wie reagieren Theater und Literatur auf solche Diskursmuster und auf den Fluchtalltag? Die 14-tägig stattfindenden Vorlesungen folgen diesen Fragen in historischer Breite, vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart, und aus verschiedenen disziplinären Perspektiven. Dabei geht es nicht zuletzt darum, die aktuellen Fluchtdiskurse und deren kulturelle Modellierungen in der globalen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu kontextualisieren.

Vortrag: GELEGENHEIT – MACHT – ARBEIT

Ein Versuch über Arbeit im und mit dem literarischen Feld in Gerhard Henschels Bildungs- und Arbeiterroman

Heute um 18:00 Uhr beginnt die Fachtagung "Arbeit 2000. Ästhetische Modellierungen im Wechselspiel von Visualität und Narration" im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg.

Morgen um 16:30 wird Peter Pohl von der Universität Innsbruck zum Thema "GELEGENHEIT – MACHT – ARBEIT. Ein Versuch über Arbeit im und mit dem literarischen Feld in Gerhard Henschels Bildungs- und Arbeiterroma" referieren. Dieser Vortrag wird vom IZfG unterstützt.

Gast: Peter Pohl (Innsbruck)

Zeit: 16:30 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Vortrag: Die Brautbriefe eines Säkularisationskommissars

Bürgerliche Fernbeziehung und das neue Arbeitsfeld "Säkularisation" - Johann Gustav Gottlieb Büschings Briefe an seine Verlobte (1810-1812)

Dr. Krzystof Żarski und Dr. Natalia Żarska,beide habilitieren und arbeiten am Lehrstuhl für deutsche Literaturgeschichte bis 1848 an der Universität Breslau, werden ihre Forschungen zu einem „Säkularisierungbeamten“ vorstellen, der Ende des 18. Jhs. im Auftrag der preußischen Regierung katholische Kirchengüter in Breslau in den Staatsbesitz überführte. Davon berichtete er in Briefen an seine Verlobte. Außerdem versuchte er in seinen Briefen seine Verlobte zu einer guten Briefschreiberin zu erziehen. Der Vortrag macht exemplarisch anhand dieses Falls Geschlechterkonstellationen im Kontext der Säkularisierung des 18. Jahrhunderts sichtbar.

Gäste: Dr. Krzystof Żarski und Dr. Natalia Żarska

Moderation: Marita Gruner

Zeit: 18:00 Uhr

Ort: Audimax, Rubenowstr. 1 - Hörsaal 4

Vortrag: Vorständerin und Allround-Papa

Perspektiven der plurifaktoriellen Genderlinguistik

Die sprachlichen Mittel der Genderkonstruktion wurden in bisherigen gender- und medienwissenschaftlichen Untersuchungen kaum berücksichtigt. Welche Wörter werden genutzt, um auf „Gender“, „Geschlecht“, „Frauen“ und „Männer“, „weiblich" und  „männlich" zu referieren? Welche Stereotype werden hierbei durch Zuschreibungen in der Sprache ersichtlich? Die berufliche Online-Kommunikation auf deutschsprachigen Websites ist ein idealer Untersuchungsraum für den Nachweis von Geschlechterstereotypen, da die Kommunikation in vielen beruflichen Kontexten bereits vermehrt online stattfindet. Innerhalb von Chats, Foren, Blogs oder Karrierewebseiten werden Geschlechterzuschreibungen vorgenommen, die sich gesellschaftlich verfestigen und mögliche Stereotype reproduzieren. Ziel des Vortrags ist das Aufzeigen von Wörtern und Wortverbänden, die Stereotype anzeigen und konstruieren, um diese möglicherweise sprachlich abzuändern und Sprachbewusstheit zu fördern. Als mögliches Instrument der Sensibilisierung werden computerbasierte Gender Audits vorgestellt.

Gäste: Simone Burel (Heidelberg)

Moderation: Pavla Schäfer

Zeit: 18:15 Uhr

Ort: Institut für Deutsche Philologie

Vortrag: Der weibliche Blick

Künstlerinnen im Zeitalter digitaler Selbstinszenierung

Was es heute im Zeitalter der digitalen Selbstinszenierung heißt, eine Frau zu sein, das zeigen junge Künstlerinnen, die mit dem Internet aufgewachsen und in den sozialen Medien zu Hause sind. Sie haben früh die Erfahrung gemacht, dass ihre Bilder gelöscht werden, wenn sie nicht dem Schönheitsideal entsprechen, das sie aus Magazinen, der Werbung und dem Fernsehen kennen. „Das Internet ist zu erheblichen Teilen eine Affektmaschine“, schreibt Andreas Reckwitz in seiner Geschichte der digitalen Spätmoderne. Informationen in Text und Bild treten im Kampf um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit hinter affektive Inhalte zurück. Die Follower müssen unterhalten werden, sollen empört oder fasziniert reagieren. Mit welchen Strategien antworten Künstlerinnen im Zeitalter der digitalen Selbstinszenierung? Welche Themen braucht die Kunst nach den sozialen Medien?

Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe "Gegenwartskultur. Nach der Digitalisierung"

Gast: Annika Meier

Moderation: Heide Volkening

Zeit: 18:15 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Vortrag: Enter the King/ Enter the Queen

Auftrittsprotokolle der Geschlechter am Beispiel der Oper

Der Vortrag versucht, den Begriff des Auftritts für die Inszenierung von Geschlechterdifferenz fruchtbar zu machen und die Protokolle zu identifizieren, die ein weibliches von einem männlichen In-Erscheinung-Treten auf der Bühne unterscheiden. Ausgehend von Mozarts Die Zauberflöte soll zunächst das Auseinandertreten geschlechterspezifischen Auftrittsformen um 1800 beobachtet werden. An Beispielen der Oper des 19. Jahrhunderts werden anschließend die Bedingungen vorgestellt, unter denen die weiblichen Figuren der Moderne ihre spektakuläre wie flüchtige Auftrittskunst entwickeln. Dabei werden Realisierungen von Auftrittsmacht und Auftrittsohnmacht eine zentrale Rolle spielen.

Gast: Dr. Juliane Vogel

Moderation: Prof. Dr. Eva Blome

Zeit: 18 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Rezension zum Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»"

Katharina Eger hat den Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»" auf H-Soz-Kult rezensiert. In dem von Gabriele Förster 2016 herausgebenen Werk finden sich Beiträge der "Gender im Fokus"-Kolloquien, die das IZfG in den Jahren 2014 und 2015 veranstaltet hat und auf denen Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen Vorträge zu Themen der Geschlechterforschung gehalten haben.

Nachzulesen ist die Rezension unter folgendem Link: www.hsozkult.de/searching/id/rezbuecher-27686

Hier geht es zum Link des zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung