Aktuelles

Abendvortrag: Auch wir wollen die Wahl haben

der lange Weg der deutschen Frauen zum politischen Stimmrecht

Am 12. November 1918, mitten in den Wirren der Revolution, erklärte der Rat der Volksbeauftragten, dass fortan „alle Wahlen […] nach dem gleichen, geheimen, direkten Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen“ sind. Damit hatte dieses Männergremium mit einem Federstreich das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt. Kann aus dieser kurzen Episode geschlossen werden, dass den deutschen Frauen das Frauenstimmrecht quasi in den Schoss gefallen ist? War es der Revolution und vor allem dem Rat der Volksbeauftragten zu verdanken, dass dieses politische Mitbestimmungsrecht eingeführt wurde? In ihrem Vortrag zur Geschichte des Kampfes um das Frauenstimmrecht in Deutschland rollt die Historikerin Kerstin Wolff den langen Kampf der deutschen Frauen um dieses Recht auf. Sie zeigt auf, dass die ersten Stimmen, die ein politisches Wahlrecht für Frauen forderten in der Französischen Revolution laut wurden und dass diese Rufe, auch wenn sie sich lange nicht durchsetzen konnten, im gesamten 19. Jahrhundert nicht mehr zur Ruhe kamen.

 

Referentin: Dr. Kerstin Wolff (Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel)

Moderation: Dr. Jenny Linek (Universität Greifswald)

Zeit: 18 Uhr

Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Das neue Kommentierte Vorlesungsverzeichnis des IZfG ist da!

Film und Zeitzeuginnengespräch: "Warum wir so gefährlich waren"

Der Verein "Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V." lädt ein zur Vorführung des Films: "Warum wir so gefährlich waren. Geschichten eines inoffiziellen Gedenkens." Dokumentarfilm (50 Minuten), 2006, von Songül Bitiş, Samira Mahmud, Colin Müller und Marie Schlingmann

Im Film erzählen vier Frauen von den zahlreichen Versuchen der Ostberliner Gruppe Lesben in der Kirche (LiK), von 1984-1986 an den Gedenkveranstaltungen im ehemaligen Frauenkonzentrationslager in Ravensbrück teilzunehmen. Die Lesbengruppe widmete sich dem Anliegen, das Schicksal von im NS verfolgten lesbischen Frauen sichtbar zu machen und ihnen öffentlich zu gedenken. Der DDR-Staat reagierte mit Repression. Die Protagonistinnen berichten von den Ereignissen rund um die Gedenkveranstaltungen und kommen auf die damaligen Ziele und politischen Motivationen der Gruppe zu sprechen. Dabei sprechen sie auch darüber, wie es war, in der DDR als Lesbe aufzuwachsen und wie sie gegen Diskriminierung und Unsichtbarmachung vorgingen.

Im Anschluss wird es ein Zeitzeuginnengespräch mit Bettina Dziggel geben, Mitgründerin des Homosexuellen Arbeitskreises Berlin/Lesben in der Kirche.

Rezension zum Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»"

Katharina Eger hat den Sammelband "Gender im Fokus historischer Perspektiven. «Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»" auf H-Soz-Kult rezensiert. In dem von Gabriele Förster 2016 herausgebenen Werk finden sich Beiträge der "Gender im Fokus"-Kolloquien, die das IZfG in den Jahren 2014 und 2015 veranstaltet hat und auf denen Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen Vorträge zu Themen der Geschlechterforschung gehalten haben.

Nachzulesen ist die Rezension unter folgendem Link: www.hsozkult.de/searching/id/rezbuecher-27686

Hier geht es zum Link des zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung