Die »Causa Liebich« als Herausforderung transfeministischer Epistemologien? Versuch einer Problembestimmung.

Als die bekannten Neonazis Marla-Svenja Liebich und Waltraud Gerhard Piranty kurz vor ihren Haftantritten ihr Geschlecht amtlich ins Weibliche ändern ließen, entfalteten sich breite Diskussionen in Deutschland und Österreich. Die Lager spalten sich daran, inwiefern diese Fälle eine Einschränkung des Prinzips geschlechtlicher Selbstbestimmung notwendig machen oder nicht. Übergreifend ist dabei ein Verdacht, dass es sich in beiden Fällen um einen Missbrauch dieses Prinzips handelt. Die Prämisse des Vortrags ist, dass die Kategorie des Missbrauchs aus transfeministischer Perspektive eine Falle darstellt: die Kategorie führt eine Grenze zwischen legitimen und illegitimen Formen geschlechtlicher Selbstbestimmung ein, was die Fragen aufwirft, wie und wer diese Grenze zu bestimmen hat. Andererseits scheint das Aufgeben der Kategorie des Missbrauchs vor dem Hintergrund strategischer Angriffe unzufriedenstellend. In dem Vortrag rekonstruiere ich diese Zwickmühle als Herausforderung transfeministischer Epistemologien, um nach der Möglichkeit anderer Verwendungen der Kategorie des Missbrauchs zu fragen.

Dieser Vortrag findet in hybrider Form statt.

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